Neue Steuerung von UniversitÄten – Evaluierung von Governance-Reformen des deutschen UniversitÄtssystems

Arbeitsschwerpunkt
Bildung
Aufgabenbereich
Forschung
Gem. Arbeitsstelle Kooperationsprojekt

Forschungsprojekt Neue Steuerung von Universitäten – Evaluierung von Governance-Reformen des deutschen Universitätssystems
Status/Projektzeitraum
05/2009 bis 04/2012
Projektpartner






Fakultät für Sozialwissenschaft mit den beiden Lehrstühlen für Vergleichende Stadt- und Regionalpolitik (Prof. Bogumil) und für Allgemeine Soziologie und Arbeits- und Wirtschaftssoziologie (Prof. Heinze)
Juristische Fakultät mit dem Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Wirtschaftsverfassungs- und Wirtschaftsverwaltungsrecht (Prof. Burgi)
Gefördert durch:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Hans-Böckler-Stiftung
Projektziel/ Inhalt Hintergrund:
Universitäten sind nicht nur einer der wichtigsten Orte der Wissensvermittlung (Lehre), sondern auch der Wissenserzeugung (Forschung). Ein leistungsfähiges Hochschulsystem wird als eine der zentralen Voraussetzungen der Leistungsfähigkeit von Volkswirtschaften im internationalen Wettbewerb gesehen. Angesichts der zunehmenden und veränderten Erwartungen und Herausforderungen, mit denen sich die deutschen Universitäten konfrontiert sahen und sehen wurde von Seiten der Universitäten lange Zeit mit der Forderung nach einer Erhöhung der für sie aufgewandten Ressourcen reagiert. Gleichzeitig sind die Universitäten aber in eine Legitimationskrise geraten.

Mit der vierten Novelle des Hochschulrahmengesetzes im Jahre 1998 wurden den Bundesländern weitgehende Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich ihrer jeweiligen Hochschulpolitiken eingeräumt. Infolgedessen lassen sich in den einzelnen Ländern unterschiedliche Strategien der Hochschulreform beobachten. Neue Steuerungsinstrumente werden in den einzelnen Bundesländern mit unterschiedlichen Bezeichnungen, nach differierenden Modellen in uneinheitlicher Reihenfolge und zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingeführt. Als gemeinsame Grundorientierung kann das Leitbild des New Public Management (NPM) angesehen werden. Von der Umsetzung neuer Steuerungsinstrumente versprechen sich die Vertreter NPM-orientierter Reformen u.a. eine Steigerung der Effizienz und Effektivität der Leistungserbringung öffentlicher Einrichtungen. Die institutionellen Veränderungen im Rahmen von NPM-orientierten Reformen bringen eine Restrukturierung des Governance-Regimes des Universitätssystems mit sich.

Zum Umsetzungsstand neuer Steuerungsinstrumente und zu den Auswirkungen auf die Performanz von Universitäten liegen bislang nur wenige Ergebnisse vor. Forschungslücken ergeben sich insbesondere bezüglich der Untersuchung der Auswirkungen auf die Performanz von Universitäten und bezüglich des Implementierungsstandes und der Ausgestaltung von neuen Steuerungsinstrumenten auf universitätsinterner Ebene. Das projektierte Forschungsvorhaben soll zur Schließung dieser Forschungslücken beitragen.

Projektziele:


- einen flächendeckenden Überblick über den Implementierungsstand neuer Steuerungsinstrumente und die Ausgestaltung der neuen „Governance-Regime“ in deutschen Universitäten geben,
- eine detaillierte Analyse von Prozessen und Akteurskonstellationen, die für die Umsetzung von NPM-orientierten Hochschulreformen „förderlich“ bzw. „hinderlich“ sein können, vornehmen, 
- eine erste Analyse der Auswirkungen neuer Governance-Regime auf die Performanz, insbesondere auch die Partizipations- und Fachkulturen von Universitäten liefern und somit die Möglichkeit bieten, im Aggregat die Folgen der Reformen für das deutsche Universitätssystem zu bewerten,
- sowie durch einen Transfer der Erkenntnisse an Interessenvertreter von Hochschulmitgliedern, an Stakeholder, an engagierte Einzelpersonen und Experten zukünftige Gestaltungsmöglichkeiten des deutschen Universitätssystems aufzeigen.

Mit diesen Zielsetzungen korrespondieren die folgenden zentralen Fragestellungen des projektierten Forschungsvorhabens:

 

1. Welche neuen Steuerungsinstrumente wurden umgesetzt und wie stellt sich ihre Ausgestaltung dar?

2. Welche Bestimmungsfaktoren erklären das Ausmaß institutioneller Veränderungen bzw. den Implementierungsstand neuer Steuerungsinstrumente?

3. Welche Auswirkungen haben die neuen Steuerungsinstrumente auf die Performanz der Universitäten und der in ihnen beheimateten Fachkulturen (Performanzevaluierung)?

4. Welche Auswirkungen haben die neuen Steuerungsinstrumente auf die Partizipationskultur der Universitäten?

Das projektierte Forschungsvorhaben ist als wissenschaftliche Evaluationsforschung angelegt. Die empirische Basis wird durch eine bundesweite standardisierte Umfrage unter zentralen Akteuren der deutschen Universitäten gelegt, welche systematisch durch qualitative Studien erweitert und ergänzt wird. Parallel zu diesen empirischen Arbeiten werden rechtswissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, die bei der Vorbereitung und Auswertung, aber auch der Prognose zukünftiger Entwicklungen relevant sind.

Nähere Informationen erhalten Sie unter 0234-32-23526 oder schreiben Sie uns eine E-Mail an rubigm@ruhr-uni-bochum.de